Eine Frau

Den Ahmed aus Aleppo besucht, der seit mehr als zwei Jahren in Oberösterreich lebt und mehr als zwei Jahre auf seine Frau und die drei Kinder gewartet hat. In Izmir waren sie, aber jetzt sind sie da, und er strahlt. Wie ausgewechselt das müde, depressive Gesicht, er schaut so viel jünger aus und ist wohl sehr glücklich, auch wenn er sagt, dass er nach zwei ruhigen Jahren die ersten drei Tage zu fünft dauernd Kopfweh hatte. Er lacht dabei.
Seine Frau, deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, begrüßte uns mit Küsschen – meine Mutter, meinen kleinen Sohn und mich. Sie ist jünger als ich, klein, ein bisschen mollig und hat ein langes enges Leiberl an mit Glitzer darauf, kunstvoll und absichtlich zerrissen an den Schultern, sie zeigt weiche, weiße Arme, Po und Hüften sind umschlossen, die ganze Kontur. Lange gefärbte Haare, am Ansatz wächst schon die natürliche Farbe nach. Sie erinnert mich an eine ehemalige Mieterin im Haus meiner Mutter, auch eine kleine, rundliche, junge Frau. Wieder sehe ich ihre Arme, so weiß wie meine, der Ahmed ist schwarzhaarig und hat einen wärmeren Teint, sie hingegen könnte aus Kremsmünster sein, dem Ort, in dem sie jetzt mit ihrer Familie wohnt, sie könnte mit mir in die Schule gegangen sein, auf der Straße würde niemand ahnen, dass sie aus Syrien kommt. Sie könnte rauchen und ausgehen und zynische Kommentare spucken. Ich lächle sie an, denn wir können noch nicht miteinander sprechen.
Dann zeigt Ahmed die Fotos vom Flughafen, er und die Kinder, und sie: Schwarzer Schleier, das Gesicht ist frei, doch der Stoff reicht bis herauf zum Kinn. Alle einander umarmend. Die Frau in schwarz: Es gelingt mir nicht, sie mit der Frau mir gegenüber zur Übereinstimmung zu bringen. Meine Assoziationen sind völlig andere, ich erwarte eine völlig andere Persönlichkeit, ich merke einmal mehr, wie fremd mir der Schleier ist und wie wenig ich ihn verstehe. Ein Vexierbild, zwei völlig verschieden Frauen, die doch ein und dieselbe sind. Ich finde das alles sehr spannend.

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The Abominable Bride

Am 1. Jänner wurde, lang erwartet, ein Special zu Sherlock ausgestrahlt: The Abominable Bride, diesmal nicht in unserer, sondern in der Gegenwart der Originalerzählungen angesiedelt, also Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Spoiler vorweg, weil er für meine Kritik unerlässlich ist: Die titelgebende abscheuliche, nämlich mordende Braut ist Teil eines Frauennetzwerks, das die bösen Ehemänner der Mitglieder umbringt. Das wirft für mich einige Fragen auf:

Warum findet Mycroft, dies sei ein „Krieg, den wir verlieren müssen“? Ist er nicht mehr Führungskraft der britischen Regierung, sondern Gleichstellungsbeauftragter undercover?

Warum hält Sherlock, während er die Verschwörung der Frauen aufdeckt, eine rührselige Rede über die unbeachteten Wesen „an unserer Seite, denen wir nicht einmal so etwas kleines wie das Wahlrecht zugestehen wollen“? Ist er nicht mehr Soziopath, sondern Frauenversteher?

Warum tun die Autoren der Folge so, als wäre die Emanzipation der bürgerlichen weißen Frau schon immer ein Anliegen der intelligenten = „guten“ Männer gewesen und nicht von radikalen, weit außerhalb der anerkannten gesellschaftlichen Normen stehenden Frauen gegen den erklärten Willen dieser Männer erkämpft? Anders gedreht: Hat es der Feminismus tatsächlich schon so weit gebracht, dass ausgewiesene Machos wie Stephen Moffat den Feministinnen Kränzchen drehen zu müssen meinen? Das wäre ja so schlecht nicht.

Aber: Auch Mycrofts ganzer Auftritt in dieser Folge war völlig out of character. Gerade eben hatte er (am Ende von His Last Vow) seinen Bruder in ein Flugzeug gesetzt, das ihn ins Ausland und dort in den sicheren Tod bringen sollte. Nun, im Special, holt er ihn noch während des Startvorgangs zurück, um den wiedergekehrten Moriarty zu bekämpfen, und weil Sherlock sich fast mit einer Überdosis in den Exitus geschossen hat, wird Mycroft plötzlich zum weinerlichen Fürsorger, der schwört, immer für seinen Bruder da zu sein?

Ist das nicht doch schon Arbeitsverweigerung der Autoren?

Beste Momente, trotz allem: Wenn John Sherlock ordentlich herunterputzt und der offensichtlich große Freude daran hat. Und der Moment am Reichenbachfall, als John sagt: „Actually, would you mind?“ und ich zusammen mit dem ganzen internationalen Sherlock-Fandom ganz kurz dachte: Jetzt küssen sie sich! Man wünscht seinen Figuren halt einfach das Glück. Und, bitte: bessere Scripts.

Die Menstruation findet nicht statt

Weil ich heute mal wieder aus diesem Grund flachliege (zum Glück am ohnehin freien Mittwoch), schreibe ich ein paar Gedanken nieder zu der körperlichen Tatsache, die die Mehrheit der Menschen ihr halbes Leben lang Monat für Monat betrifft und die dennoch so vollständig verdrängt wird wie keine andere.

Menstruation. Die Regel, die Mens, die Tage. Die Erdbeerwoche.

Ich persönlich menstruiere jetzt schon fast 30 Jahre lang, 10 bis 15 Jahre dürften noch vor mir liegen. Der biologische Aufand ist gigantisch und steht in keinerlei Verhältnis zum Ergebnis: Rund 300 Menstruationen bisher mit Schmerzen, Kreislauftrara, Blut, körperlichen Einschränkungen, finanziellem Aufwand und, für viele Frauen, auch Scham – nur um ein bis zwei Kinder (oder auch keines) hervorzubringen. Und das sind die Verhältnisse im Westen. In ärmeren Ländern menstruieren die Frauen zwar vielleicht seltener, weil sie schlechter ernährt und häufiger schwanger sind, aber viele Mädchen können während der Menstruation nicht in die Schule gehen, weil ihnen Hygieneartikel fehlen oder weil Tabus es verbieten.

Wie gesagt: ein gigantischer Aufwand, von dem einfach nicht gesprochen wird. Im Gegenteil: In Großbritannien kämpfen Frauen derzeit um die Abschaffung der „Tampon Tax“, einer Steuer, die Tampons – im Unterschied zu Rasierern für Männer – als Luxusartikel einstuft. Ein gottgleich verehrtes Unternehmen wie Apple entwickelt eine App, um Körperfunktionen zu tracken, und „vergisst“ einfach auf einen Menstruationskalender. Was soll das alles?

Wir wollen es halt nicht wissen, dass wir Körper sind und Körper haben. Als westliche weiße Mittelschichtsfrau ist die Teilhabe am öffentlichen und Erwerbsarbeitsleben bekanntlich nur um den Preis zu haben, sich „wie ein Mann“ zu verhalten, das heißt, die Forderungen, die der Körper stellt, zu verdrängen und im Privaten zu erledigen.

Kleiner Einschub: Angeblich war bei Erfindung der Verhütungspille die Frage, ob man damit die Menstruation nicht überhaupt abschaffen sollte oder könnte. Und angeblich entschied man (wer?) sich dann zur Aufnahme der „Pillenpause“ in den Einnahmezyklus, um die Frauen weiter menstruieren zu lassen. Zwei Fragen dazu: Stimmt diese Geschichte? Und wenn ja: Finde ich das rücksichtsvoll, dem weiblichen Körper seine Rhythmen zu lassen, oder unfair, weil man uns von einem lästigen Übel hätte befreien können, es aber nicht tat?

Dass ich diese Frage nicht sofort beantworten will, liegt an dem oben beschriebenen Dilemma der weißen westlichen Mittelschichtsfrau, die zwar voll in der Gesellschaft mitspielen wollen soll, aber zusätzlich noch die Aufgabe hat, einen gewissen Respekt vor dem eigenen weiblichen Körper zu zeigen. Wir sollen ihn pflegen, schönmachen, zum Kinderkriegen nutzen, dabei aber nicht ausleiern. Wir sollen gesund sein wollen – und das „Natürliche“ gilt heute als gesund, nicht als bedrohlich oder bekämpfenswert.

Aber ganz ehrlich: Wenn es eine Möglichkeit gäbe, ohne gesundheitliche Risiken (damit fallen Hormonpräparate aus) und ohne Schlachterarbeit die Menstruation einfach abzustellen, wäre ich sofort dabei. So heißt es halt einfach warten, bis der Wechsel überstanden ist. Meine Mutter hat die Menstruation übrigens nach ihrer Menopause einfach vergessen. Lachend hat sie mir erzählt, wie verwundert sie war, dass man an einen körperlichen Vorgang, der so viele Jahre so bestimmend war, nach seinem Ende einfach überhaupt nicht mehr denkt.

Wir sind halt eben auch gerade nicht unser Körper, denke ich dann. Seine Vorgänge sind uns äußerlich, sie bleiben uns fremd. Ihnen dennoch unterworfen zu sein ist der Grund, warum wir in der Öffentlichkeit darüber schweigen. Es ist die Herrschaft der Fortpflanzung über die Frauen, die wir in langen Kämpfen zurückgewiesen haben und die einzugestehen uns gefährlich erscheint. Denn diese Forderung des weiblichen Körpers ist mehr als jene, die an den Männerkörper gestellt werden: Wo Frauen etwas haben, da haben Männer nichts.

Wie immer bleibt nur, meine ich, Ironie und Schamlosigkeit, um all das zu besprechen. Die Mens plagt mich, sie macht mich müde und weinerlich, sie knockt mich aus, aber ich habe alle Mittel und alle Zeit, damit gut umzugehen: Ich lege mich jetzt ins Bett, danke schön. Was, du bist neidisch?

Und wer meint, mir wegen der Mens irgendwelche Rechte absprechen zu dürfen, dem blute ich gern auf das Sofa.

Sex gegen Geld

Der Text, der in diesem Tweet zitiert wird, hat mich zum Staunen gebracht. Der formulierte Gedanke ist ja nicht neu, aber er widersprach offenbar so grundlegend meinem Selbstbild, dass er mir nicht aus dem Kopf ging.

Deshalb möchte ich jetzt zwei Textbausteine ins Blog stellen, die ich vor etwa einem Jahr im Zuge der Prostitutionsdebatte in Deutschland geschrieben habe. Damals war ich nicht in der Lage, einen zusammenhängenden Blogpost daraus zu basteln, aber ich fände es schade, sie ganz unter den Tisch fallen zu lassen. Bei Gelegenheit möge mensch daran weiterdenken. Bitte sehr:

»Frappierend bis erschreckend ist für mich der Bekenntnisreflex vieler Frauen, die zu Beginn ihres Statements [zum Thema Prostitution] meinen sich deklarieren zu müssen. Entweder: »Ich habe auch schon damit geliebäugelt, Sexarbeit zu leisten.« Oder: »Für mich käme dieser Beruf nicht in Frage.« Offenbar ist es eine unhinterfragbare Selbstverständlichkeit, dass Frauen für die Versorgung von Männern mit sexuellen Lusterfahrungen zuständig sind und einer Frau nur die Wahl bleibt, sich dieser Aufgabe als »Heilige« zu entschlagen oder sie als »Hure« zu übernehmen.«

[…]

»Obwohl in der Diskussion sehr viel neoliberale Rhetorik von »Was zwei freie Erwachsene miteinander vereinbaren, geht niemanden etwas an« verwendet wird, ist die zur Diskussion stehende Prostitution doch nur wieder das Alte, Ewiggleiche. Gäbe es tatsächlich die vielbeschworene totale Dienstleistungsfreiheit, wären die Prostitution tatsächlich etwas anderes als Reproduktion eines männlichen Privilegs und gälte die sexuelle Lust der Frau tatsächlich etwas, dann müsste es längst einen brummenden Markt sexueller Dienstleistungen für Frauen geben.

Wenn man auch nur einen Augenblick länger darüber nachdenkt, wird es übrigens immer verwunderlicher, dass dieser Markt nicht exisitiert, gilt doch die Befriedigung eines Mannes gemeinhin als unterkomplexe Aufgabe aus dem Zeitalter des Faustkeils, während man der weiblichen Lust Anforderungen aus der Raketenwissenschaft unterstellt – in einer überreifen Dienstleistungsgesellschaft sind »spezielle« Bedürfnisse doch umkämpfte Wachstumsmärkte einer ansonsten stillstehenden Wirtschaft!«

Bild: Wikimedia Commons // Jakob Matham nach Hendrick Goltzius // Libido // 1600

Unspeakable Things, Underlined

The following quotes and excerpts were taken from Laurie Penny’s »Unspeakable Things. Sex, Lies and Revolution«, published 2014 by Bloomsbury Publishing. It’s what I underlined while racing through the book – there are many more noteworthy thoughts in it; and as it is really very well written, the book is full of vivid images and smack-down sentences that set your mind straight. Some of them I kept here for easier reference.

INTRODUCTION

One sure test of social privilege is how much anger you get to express without the threat of expulsion, arrest, or social exclusion, and so we force down our rage like rotten food until it festers and sickens us. (p. 1)

The ‚career woman‘ ist the new aspirational ideal for young girls everywhere: […] She is always beautiful, invariably white, and almost entirely fictional. Nonetheless, it is her freedom that is prioritised […]. (p 3)

When we speak of fighting sexism, whether we know it or not, we’re bringing our broken hearts to the table, all those stomach-twisting sexual rejections, our frustration, our loneliness and longing, the memory of betrayal, the pain of our childhoods. We’re also bringing the anxoius heat of our desire, our passion for our friends and partners and children, every time a lover has laid a hand softly over a part ouf your soul you didn’t know was stinging and soothed it. All of that at once, and more, and more, becuase gender politics are personal as well as political, but that doesn’t mean the political has to collapse into the personal. (p. 11)

Feminism is not a set of rules. (p. 16)

The fact that outside white suburbia women have always had to work for money does not factor into this convenient fiction.

Work itself has been repurposed as women’s liberation. (p. 17)

We have always been encouraged to understand femininity as a form of branding, albeit one burnt into our flesh at birth. (p. 19)

FUCKED-UP GIRLS

In Italy, there ist a tradition called ‚sciopero bianco‚ – the white strike. In English-speaking countries, it is known as work-to-rule. […] Eating disorders and other forms of dangerous self-harm are to riots in the streets what a white strike is to a factory occupation: (p. 32)

What the stereotype of the bra-burning, hairy-legged feminist is really supposed to suggest is that feminism, that politics itself, makes a woman ugly. (p. 34)

A pretty young woman is a paradox: at once a figure of desire and disgust. Hers is the power that all women are supposed to want, the only power we’re really allowed to have, the power to please and to play up to male sexual attention – and so it is vital that her power be put into place. (p. 35)

It’s interesting that ‚ugly‘ is still the insult most commonly thrown at women to dismiss their power, to get them to shut up. (p. 36)

The fall of patriarchy is unlikely to begin or end with one woman’s decision to wear fishnets or grow out her armpit hair, so relax. (p. 38)

A recent survey by shopping channel QVC claimed that the average British woman spends £2,055 per year, or 11 per cent of the median full-time female salary, on maintaining and updating the way she looks. (p. 41)

The more powerful women become, the more we are taught that our bodies are unacceptable. (p. 45)

Western womankind is collectively imangined as a toddler let loose in a candy store, so overwhelmed by the range of options that it has an ungrateful tantrum and is sick on the floor. (p. 48)

The cruellest lie they were told as girls was ‚it’s what’s on the inside that counts‘. (p. 50)

It’s only later that I will learn that between a quarter and a half of young people hospitalised with eating disorders are gay or genderqueer. (p. 54)

When you grow up to find yourself trapped in a body that seems to invite violence, a body that seems to be all you’re good for, a body that is suddenly and forever the most important thing about you, there is a grim logic to the attempt to cut your way out of it. (p. 56)

In her ‚Letters to L‘, M. Sandovsky writes that ‚The problem for women is not just uncovering what is political in the personal and personal in the political. It is finding a way to live inside of a contradiction.‘ (p. 57)

You reach a point where you have to decide what you will sacrifice to survive. (p. 57)

LOST BOYS

It is men’s dashed dreams that seem to matter most. And it is men’s resentful rage that makes their frustration fearful. (p. 63)

The greatest obstacle to women’s progress is not men’s hat, but their fear. (p. 65)

It should not, therefore, be as difficult as it is to explain to the average human male that while you, individual man, going about your daily business, […] may not hate and hurt women, men as a group – men as a structure – certainly do. (p. 68)

Women, it seems, are allowed to talk only about their gender. Men are allowed to talk about absolutely anything except their gender. (p. 74)

The first big secret is this: most men have never really been powerful. (p. 75)

The second big secret about the Golden Age of Masculinity, of course, is that it never really existed. (p. 75f)

Rates of suicide among fifteen-to-twenty-four-year-olds in the USA have tripled over the past thirty years. (p. 80)

‚It Gets Better‘ is neoliberal mythmaking writ large […]. (p. 82)

Crisis talk, however, is no long-term solution to inequality, and crisis talk is all the Obama generation has had to cling to for five years and more. (p. 83)

Social change happens when the old stories we tell ourselves to survive are no longer sufficient, and we create new ones. (p. 86)

In 2010, the world’s most powerful activist, Julian Assange, was arrested on rape charges he refused even to answer, and marginalised men-children across the world held his face on posters, telling the carrion-feeding cameras come to feast on the still twitching carcass of the renascent left that state surveillance was immoral, that whistle-blowers should be protected – and that women lie. (p. 87)

In fact, what is being ruined by women’s refusal to remain mute is the illusion of sexual equality. (p. 94)

Social heterosexuality has been allowed to remain a process of mutual dehumanisation. (p. 97)

[W]e have created a society in which it is structurally difficult and existentially stressful for any male person not to behave like a complete and utter arsehole. (p. 100)

ANTICLIMAX

In societies ravaged by the financial incompetence of rich men, it is the sexual incontinence of young women that is deemed the real danger to our children’s future. (p. 108)

More and more these days, sex looks like work. (p. 109)

She tells us that the threat of pregnancy is only terrifying because of the ongoing assault on our reproductive choices. (p. 112)

You are a body first, and your body is not yours alone: whether or not you are attracted to men, men and boys will believe they have a claim on your body, and the state gets to decide what you’re allowed to do with it afterwards. (p. 114)

At no point, however, has anyone implied that men who want to be sexually dominated by women also want to be dominated by them socially and economically. (p. 115)

For women, though, the mainstreaming of kink – and particularly of sadomasochism – is supposed to prove that we’re not as into all this liberation schtick as we might think. (p. 115)

What is more significant is that submission – alongside, from time to time, sex work – is the only kind of female sexual ‚unorthodoxy‘ that is currently deemed worthy of discussion, and it’s an unorthodoxy trussed up tight in the bondage tape of patriarchal expectations. (p. 117)

Fantasies about pretty young white women being controlled, hurt and dominated by men have always been the part of kink that nobody ever really had a problem with. (p. 117)

The great genious of commercial sexuality has been to give the impression that this society is one of unprecedented erotic freedom while maintaining the impression that sex is almost always something violent and disgusting that men do to women. (p. 125)

Teaching men self-disgust is crucial to maintaining the architecture of modern misogyny. If sex weren’t dirty and degrading, there would be less reason to loathe women for letting you do it to them, no matter how much you want to. (p. 126)

The impression given by most industrially produced porn and its imitators, the one thing that most current mainstream pornography shares with the sexual script of advertising and the mantra of women’s magazines, is the insistence that sex, like every other alienated labour, is serious business. (p. 128)

When a lof of feminists say they hate pornography and prostitution, what they mean is that they hate the transactional nature of sex, the patriarchal equation whereby every party remains convinced they’re the one getting screwed: he pays her and she services him. (p. 131)

[The single mother] is unworthy of sympathy, much less assistance. (p. 135)

The rule of law cannot be relied upon when it routinely fails victims of abuse. (p. 148)

CYBERSEXISM

The fact that so many women were spending so much time talking to one another online without oversight or policing was part of what led to the feminist revivial of the mid-2000s. (p. 157)

If you’re a woman and somebody calls you ‚attention seeking‘, that’s a sure way to tell you’ve made an impact. (p. 162)

In this age of images, the right to request no photos is a sign of truly intimidating social status, of money, power or both, and women, especially young women, almost never have that right. (p. 163)

The message is remarkably similar, in fact, to the lectures one imagines young girls receiving before contraception, legal abortion and the relative relaxation of religious propriety: your sins will never be forgiven. One slip is enough to disgrace you for life. (p. 164)

Although the technology is new, the language of shame and sin around women’s use of the Internet is very, very old. (p. 164)

Patriarchal surveillance was a daily feature of the lives of women and girls for centuries before the computer in every workplace and the camera in every pocket made it that much easier. (p. 165)

It takes to another level the traditional pose of paranoia and anal self-retention that has for centuries been called ‚femininity‘. (p. 167)

At the same time as girls everywhere are warned to stay offline if we want to preserve a paleo-Victorian nation of our ‚reputation‘, we are told that sex and violence on the Internet isn’t ‚real‘. (p. 168)

Germaine Greer once wrote that women had no idea how much men hated them. Well, now we do. (p. 178)

The power to watch men back is something the web affords women, but men haven’t quite realised it yet. (p. 179)

In 2011 I wrote that a woman’s opinion was the mini-skirt of the Internet; if she has one and dares to flaunt it in public, she is deemed to deserve any abuse that comes her way – she was asking for it. (p. 181)

Everywhere, people in positions of privilege warp and misuse the idea of ‚free speech‘ to shut down and silence everyone else’s rith to speak freely. (p. 183)

Kate Losse was one of Facebook’s earliest employees […]. ‚One thing I noticed is how driven by women’s images and social media labour Facebook and other social technologies are.‘ (p. 189)

A long history of learned defensiveness leads nerds to come together to protect any member of their group, whatever they’ve done. (p. 193)

Part of the problem is the suspicion that girls just aren’t as clever as boys. (p. 194)

We’re not less smart, we’re just different smart. Smart at things that don’t involve being listened to or making an impact on the world. You know, different smart. It’s a eugenics of gender that would be seen for the throat-cloasingly vile propaganda it is were the tests being done on people of different races, ethnicities or sexual preferences. (p. 195f.)

You can hack anything, after all, and that includes sexism. (p. 198)

The Internet is a real place. It’s where we live and work and fight and fuck and make friends. (p. 199)

LOVE AND LIES

The colonisation of love by capitalist patriarchy is a deeply painful thing. (p. 203)

It is love as ritual and as product […]. (p. 205)

LoveTM is the other side of the pornographic narrative; the other side of SexTM. (p. 205)

In many social situations, it is now more acceptable to say you don’t believe in God than it is to say you don’t believe in love. (p. 206)

Religion, like opium, was a refuge from the anxieties of the age, replacing personal, individual dispair with a whole new set of problems. (p. 207)

We talk a lot about women as sex objects, but the reduction of women to love objects does just as much damage; (p. 214)

Sometimes you have to decide between doing what you love and being lovable, and the decision is always painful. (p. 216)

Men write women, and they rewrite us, for revenge. (p. 219)

It’s definitely easier to be a girl than it is to do the work of being a grown woman, especially when you know that grown women are far more fearful to the men whose approval seems so vital to your happyness. (p. 220)

[…] and if love workers ever questioned their conditions, their love would automatically be less worthwile, less genuine […] (p. 225)

It is important, however, to recognise that a lot of the work that women do remains unpaid or underpaid because we think of it as ‚love‘, as a moral expression of feeling rather than a practical task of immense and tangible value. (p. 225)

For men, love is supposed to be the reward you get in return for work; for women, love is work in itself. (p. 226)

You tell your potential boyfriend the same lies you tell your potential boss: I’m easy-going, flexible, low-stress and cheerful, just like you want me to be. (p. 227)

The purpose of dating, as far as the market is concerned, is to produce households. (p. 228)

In real life, there is a superabundance of romance, friendship, partnership, sex and adventure to be had, and the truly terrible thing about shop-bought love in pretty packages is that it makes it seem that human feeling is a scarce resource. (p. 234)

Women and girls in particular must summon the courage to devote the best efforts of our lives to something other than LoveTM. The idea that we have no control over who we love and what we do about it is one of the most disempowering things girls are ever told. (p. 238)

AFTERWORD

The raw humanity of others is the unspeakable truth every mechanism of modern sexism is designed to disguise. (p. 242)

To cope with the intimate terrorism of neoliberal patriarchy we’ve got to work on giving fewer fucks. We’ve got to work on having no shame because we need no shame, because none of us do, unless we have hurt another person. (p. 243)

We’ve got to stop letting stale old men define our dreams. (p. 243)

We must refuse to judge others by any standard other than that of kindness and decency. (p. 243)

Feminism and radical politics are about demanding more than a choice between one type of servitude and another. (p. 244)

We have the technology to speak back to power not just in one voice, but in many. (p. 245)