Eine Frau

Den Ahmed aus Aleppo besucht, der seit mehr als zwei Jahren in Oberösterreich lebt und mehr als zwei Jahre auf seine Frau und die drei Kinder gewartet hat. In Izmir waren sie, aber jetzt sind sie da, und er strahlt. Wie ausgewechselt das müde, depressive Gesicht, er schaut so viel jünger aus und ist wohl sehr glücklich, auch wenn er sagt, dass er nach zwei ruhigen Jahren die ersten drei Tage zu fünft dauernd Kopfweh hatte. Er lacht dabei.
Seine Frau, deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, begrüßte uns mit Küsschen – meine Mutter, meinen kleinen Sohn und mich. Sie ist jünger als ich, klein, ein bisschen mollig und hat ein langes enges Leiberl an mit Glitzer darauf, kunstvoll und absichtlich zerrissen an den Schultern, sie zeigt weiche, weiße Arme, Po und Hüften sind umschlossen, die ganze Kontur. Lange gefärbte Haare, am Ansatz wächst schon die natürliche Farbe nach. Sie erinnert mich an eine ehemalige Mieterin im Haus meiner Mutter, auch eine kleine, rundliche, junge Frau. Wieder sehe ich ihre Arme, so weiß wie meine, der Ahmed ist schwarzhaarig und hat einen wärmeren Teint, sie hingegen könnte aus Kremsmünster sein, dem Ort, in dem sie jetzt mit ihrer Familie wohnt, sie könnte mit mir in die Schule gegangen sein, auf der Straße würde niemand ahnen, dass sie aus Syrien kommt. Sie könnte rauchen und ausgehen und zynische Kommentare spucken. Ich lächle sie an, denn wir können noch nicht miteinander sprechen.
Dann zeigt Ahmed die Fotos vom Flughafen, er und die Kinder, und sie: Schwarzer Schleier, das Gesicht ist frei, doch der Stoff reicht bis herauf zum Kinn. Alle einander umarmend. Die Frau in schwarz: Es gelingt mir nicht, sie mit der Frau mir gegenüber zur Übereinstimmung zu bringen. Meine Assoziationen sind völlig andere, ich erwarte eine völlig andere Persönlichkeit, ich merke einmal mehr, wie fremd mir der Schleier ist und wie wenig ich ihn verstehe. Ein Vexierbild, zwei völlig verschieden Frauen, die doch ein und dieselbe sind. Ich finde das alles sehr spannend.

Politische Gegner

Heute Nacht habe ich von Hannah Arendt geträumt (muss ich immer zur Sicherheit nochmal googeln, den Namen). Sie war schon sehr alt, klein und zart, aber immer noch so klug und scharfsinnig wie früher, und sie lag da, in meinen Arm gekuschelt, und sprach. Worüber, das weiß ich nicht mehr. Aber heute ergibt der Traum Sinn.

Ich war gestern auf der Demonstration für das Flüchtlingsheim in Liesing und bin nach Ende der Veranstaltung mit einer Teilnehmerin der FPÖ-Demonstration, die das Heim ablehnt und gegen die aufzutreten wir uns versammelt hatten, ins Gespräch gekommen. Die Frau war Taxifahrerin, nett und lustig und ebenso interessiert am Austausch wie ich. Sie hat Angst, dass auch in Österreich Terroranschläge des IS stattfinden werden, dass sie bald nicht mehr Deutsch und Dialekt sprechen kann, weil so viele Fremde kommen. Sie ist keine Rassistin, sondern sagte immer wieder, man müsse die Einzeltäter finden, das könne nicht gelingen in Flüchtlings-Massenquartieren. Sie wusste, Multikulturalität gehört zum Leben in der Stadt, in jeder Stadt – für sich hat sie entschieden, lieber zurück aufs Land zu ziehen.

Solche Leute wie sie müssten wir gewinnen können, denke ich seither. Um die wäre zu kämpfen, denen müssten Angebote gemacht werden, die sie verstehen, die sie abholen. Heinz und seine Kumpane sind für die Demokratie verloren, bei ihnen ist alles vergebliche Liebesmüh. Die Taxifahrerin hingegen will selber in eine Unterkunft fahren und sich ein Bild machen. In ihrer Tasche hatte sie ein Österreich-Fähnchen, weil sie sich Sorgen um das Land macht, und es war für sie selbstverständlich, auf die FPÖ-Demo zu gehen.

Ich denke, wenn wir klarer sagen würden, wer unser politischer Gegner ist, könnten wir Leute wie die Taxifahrerin auch wieder sehen, die das nicht ist. Die Konsensdemokratie ist an ihrem Ende angelangt, sie wurde von rechts dorthin geführt. Den Gegner zu benennen hieße auch zu sagen: Bis hierher und nicht weiter. Ich wünschte, es wäre soweit.

Sprechen, schreiben, schreien

Sabina hat auf Facebook diesen Artikel verlinkt. Auf ihre Geschichte mit dem Thema Political Correctness und Diskursstreit an der Universität möchte ich hier nicht eingehen, sondern nur kurz ein paar Gedanken zu dem Text aufschreiben.

Zuerst: Der Artikel vermischt wirklich sehr viele unterschiedliche diskursive Konflikte, ohne auch nur zu versuchen, sie einzeln oder gar die Zusammenhänge zwischen ihnen zu analysieren. No platform policy, safe spaces und Season’s Greatings – irgendwie ist alles eins in diesem Text: ein Symptom des frei flottierenden studentischen Irrsinns. Dabei, um das nur kurz auszubuchstabieren, ist no platform policy ein Kampf um Ressourcen, safe spaces sind wohl Methoden der Sorge um sich und anderen, und die religionsneutrale Weihnachtskarte ist – ich scheu mich fast, so eine Banalität aufzuschreiben – in einem globalisierten Wirtschaftssystem ein Gebot der Höflichkeit.

Ich frage mich auch, ob man vielleicht etwas mehr daraus herauslesen könnte als unterstellte Lebensuntüchtigkeit, wenn, wie behauptet wird, eine ganze akademische Generation sich vor intellektuellen und emotionalen Zumutungen zu schützen versucht. Man könnte sich fragen, ob diese Generation nach 30 Jahren neoliberaler Propaganda vielleicht einfach keine andere Systemkritik zur Verfügung hat als zu sagen: „Ich möchte lieber nicht.“ Man könnte sich fragen, ob diese Generation vielleicht einfach den Stinkefinger zeigt. Die freie intellektuelle Auseinandersetzung, die durch dieses Verhalten tatsächlich sabotiert zu werden scheint, ist vom Wirtschaftssystem in den vergangenen Jahrzehnten so grundlegend der Lächerlichkeit preisgegeben worden, dass man sich wirklich die Frage stellen muss, worum hier von Seiten der Professor*Innen getrauert wird. (Ich weiß es schon: Sie riskieren die Chance auf geistige Freiheit, und mir persönlich ist das Verhalten auch nicht sympathisch. Es wirkt beklemmend auf mich. Aber das genügt doch nicht als Analyse.)

Der Artikel erwähnt es auch: Neu ist das rabiate Verhalten der Studierenden nicht, auch in den 1960ern wurde kräftig gebrüllt. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass die Generation der 68er sich als besonders lebensuntüchtig erwiesen hätte. Am Ende wurde doch von jeder Generation noch brav mitmarschiert. Welchen Kulturwandel sie wirklich verursacht, zeigt sich erst viel später. So haben die 68er die patriarchalische Nachfolge der Söhne perfektioniert, die Übernahme der Pflichten der Väter aber verweigert. Wir werden sehen, was die Millennials tun werden. Ich könnte es derzeit nicht sagen.

Septemberende

Noch etwas wackeliger Kreislauf, deshalb am Nachmittag mit dem Kind daheim, vorlesen, spielen, dann kochen. N. langweilt sich ein wenig, wie immer bin ich eifersüchtig, wenn dann der H. nach Hause kommt und N. ihn nach einem schweigsamen gemeinsamen Nachmittag ohne Punkt und Komma anquasselt. Dass wir unterschiedlich sind und unterschiedlich mit dem Kind leben, ist manchmal schwer akzeptabel.

Nach der Handvoll Bewerbungen, die ich in den letzten Tagen geschrieben habe, kam heute eine erste Eingangsbestätigung. Auch noch von dem Jobangebot, das auf meiner Liste ganz, ganz, aber auch schon ganz weit oben steht: Die Arbeitsbeschreibung passt zu mir wie von meinem Lebenslauf abgemalt, Arbeitszeit und Gehalt sind genau, was ich mir wünsche, und das Beste – die liebe Freundin fängt dieser Tage bei eben dieser Institution als neue Mitarbeiterin an. Ob es was wird?

Die Wahlergebnisse in Oberösterreich lassen mich heute schon wieder relativ kalt. Auch wenn das großkotzig klingt: Angst und Panik ist für mich nicht angebracht, weil mir als weiße Akademikerin mit Grundbesitz wirklich nichts passieren kann. Bezahlen werden die, die der FPÖ jetzt ihre Stimme gegeben haben, die kleinen Leute, die sich nichts merken und nichts lernen und wie die Kinder den Eltern von SPÖVP eins auswischen wollen. Und natürlich alle Schwachen, Ausgeschlossenen und Schutzbedürftigen. Ich weiß nicht einmal, wie groß der Schaden an der Zivilgesellschaft sein wird. Mit Blick auf die Bahnhofsbewegung mache ich mir da keine allzu großen Sorgen, im Gegenteil. Aber natürlich ist das auch naiv. Es gibt unverzichtbare zivilgesellschaftliche Strukturen, von denen man in der Öffentlichkeit wenig hört und die schwer zu schädigen einer FPÖ-Regierungspartei natürlich möglich wäre. Das fangen Freiwillige nicht vollständig auf, und auch hier bezahlen wieder die Schwächsten.

Es gibt viel zu tun.

Generation EU

Ich habe 1994 für den EU-Beitritt gestimmt. In meinem Umfeld wurde viel diskutiert, was die richtige Wahl sei. Die EU ist ein Technokraten-Projekt, bei dem es nur ums Geld geht, sagten die einen. Wer das verändern will, muss Mitglied sein, sagten die anderen.

Ich fand diese Diskussion ein wenig naiv. Ich habe 1994 für den EU-Beitritt gestimmt, weil ich wolle, dass Österreich weltoffener wird. Ich war 19 Jahre alt und vor einem dreiviertel Jahr aus meinem Heimatdorf weggezogen, um in Wien zu studieren. Ein Jahr vor der Abstimmung hat auch der damalige Bundeskanzler Vranitzky zum ersten Mal die Schuld der Österreicher am Holocaust benannt. Gerade eben war die Sowjetunion in ein seltsames Gebilde namens „Russische Föderation“ umgewandelt worden und in Jugoslawien zerfleischten sich die Menschen in einem nationalistischen Alptraum. Die Idee vom vereinten Europa war für mich logisch und absolut überzeugend. Klar, es würde schwierig werden, Probleme geben und nicht perfekt sein, aber vom Prinzip her war das, was man machen musste.

Nun gut.

Heute bin ich 40. Die EU hat mein bisheriges Erwachsenenleben geprägt, sie war sein Schauplatz und hat ihm einen Rahmen gegeben. Und irgendetwas in mir glaubte bis vor kurzem immer noch daran, dass Europa eines Tages so etwas werden könnte wie die USA, ein großer gemeinsamer Bundesstaat.

Aber dann wurden tausende Menschen im Mittelmeer in den Tod geschickt. In Österreich schlafen Flüchtlinge im Regen auf der nackten Erde. In Griechenland geben Eltern ihre Kinder im SOS Kinderdorf ab, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Über die „Verhandlungen mit Griechenland“ der letzten Wochen haben wir alle genug gelesen.

Ich denke in letzter Zeit oft: Ich bin nicht „Generation X“, ich bin „Generation EU“. Wir waren dabei, als die EU sich etablierte, als sie sich erweiterte – und als sie sehenden Auges frontal an die Wand gefahren wurde. Vielleicht bin ich auch deshalb so erschüttert, weil die Ereignisse der letzten Wochen und Monate den vermeintlich festen Rahmen meines Lebens endgültig als Papierkulisse entlarvt haben. Denn Herrschaften wird das wurscht sein, aber ab jetzt nehme ich das persönlich. Wer bei den nächsten Wahlen meine Stimme haben will, sollte zu all dem etwas zu sagen haben.

Sex gegen Geld

Der Text, der in diesem Tweet zitiert wird, hat mich zum Staunen gebracht. Der formulierte Gedanke ist ja nicht neu, aber er widersprach offenbar so grundlegend meinem Selbstbild, dass er mir nicht aus dem Kopf ging.

Deshalb möchte ich jetzt zwei Textbausteine ins Blog stellen, die ich vor etwa einem Jahr im Zuge der Prostitutionsdebatte in Deutschland geschrieben habe. Damals war ich nicht in der Lage, einen zusammenhängenden Blogpost daraus zu basteln, aber ich fände es schade, sie ganz unter den Tisch fallen zu lassen. Bei Gelegenheit möge mensch daran weiterdenken. Bitte sehr:

»Frappierend bis erschreckend ist für mich der Bekenntnisreflex vieler Frauen, die zu Beginn ihres Statements [zum Thema Prostitution] meinen sich deklarieren zu müssen. Entweder: »Ich habe auch schon damit geliebäugelt, Sexarbeit zu leisten.« Oder: »Für mich käme dieser Beruf nicht in Frage.« Offenbar ist es eine unhinterfragbare Selbstverständlichkeit, dass Frauen für die Versorgung von Männern mit sexuellen Lusterfahrungen zuständig sind und einer Frau nur die Wahl bleibt, sich dieser Aufgabe als »Heilige« zu entschlagen oder sie als »Hure« zu übernehmen.«

[…]

»Obwohl in der Diskussion sehr viel neoliberale Rhetorik von »Was zwei freie Erwachsene miteinander vereinbaren, geht niemanden etwas an« verwendet wird, ist die zur Diskussion stehende Prostitution doch nur wieder das Alte, Ewiggleiche. Gäbe es tatsächlich die vielbeschworene totale Dienstleistungsfreiheit, wären die Prostitution tatsächlich etwas anderes als Reproduktion eines männlichen Privilegs und gälte die sexuelle Lust der Frau tatsächlich etwas, dann müsste es längst einen brummenden Markt sexueller Dienstleistungen für Frauen geben.

Wenn man auch nur einen Augenblick länger darüber nachdenkt, wird es übrigens immer verwunderlicher, dass dieser Markt nicht exisitiert, gilt doch die Befriedigung eines Mannes gemeinhin als unterkomplexe Aufgabe aus dem Zeitalter des Faustkeils, während man der weiblichen Lust Anforderungen aus der Raketenwissenschaft unterstellt – in einer überreifen Dienstleistungsgesellschaft sind »spezielle« Bedürfnisse doch umkämpfte Wachstumsmärkte einer ansonsten stillstehenden Wirtschaft!«

Bild: Wikimedia Commons // Jakob Matham nach Hendrick Goltzius // Libido // 1600

Unspeakable Things, Underlined

The following quotes and excerpts were taken from Laurie Penny’s »Unspeakable Things. Sex, Lies and Revolution«, published 2014 by Bloomsbury Publishing. It’s what I underlined while racing through the book – there are many more noteworthy thoughts in it; and as it is really very well written, the book is full of vivid images and smack-down sentences that set your mind straight. Some of them I kept here for easier reference.

INTRODUCTION

One sure test of social privilege is how much anger you get to express without the threat of expulsion, arrest, or social exclusion, and so we force down our rage like rotten food until it festers and sickens us. (p. 1)

The ‚career woman‘ ist the new aspirational ideal for young girls everywhere: […] She is always beautiful, invariably white, and almost entirely fictional. Nonetheless, it is her freedom that is prioritised […]. (p 3)

When we speak of fighting sexism, whether we know it or not, we’re bringing our broken hearts to the table, all those stomach-twisting sexual rejections, our frustration, our loneliness and longing, the memory of betrayal, the pain of our childhoods. We’re also bringing the anxoius heat of our desire, our passion for our friends and partners and children, every time a lover has laid a hand softly over a part ouf your soul you didn’t know was stinging and soothed it. All of that at once, and more, and more, becuase gender politics are personal as well as political, but that doesn’t mean the political has to collapse into the personal. (p. 11)

Feminism is not a set of rules. (p. 16)

The fact that outside white suburbia women have always had to work for money does not factor into this convenient fiction.

Work itself has been repurposed as women’s liberation. (p. 17)

We have always been encouraged to understand femininity as a form of branding, albeit one burnt into our flesh at birth. (p. 19)

FUCKED-UP GIRLS

In Italy, there ist a tradition called ‚sciopero bianco‚ – the white strike. In English-speaking countries, it is known as work-to-rule. […] Eating disorders and other forms of dangerous self-harm are to riots in the streets what a white strike is to a factory occupation: (p. 32)

What the stereotype of the bra-burning, hairy-legged feminist is really supposed to suggest is that feminism, that politics itself, makes a woman ugly. (p. 34)

A pretty young woman is a paradox: at once a figure of desire and disgust. Hers is the power that all women are supposed to want, the only power we’re really allowed to have, the power to please and to play up to male sexual attention – and so it is vital that her power be put into place. (p. 35)

It’s interesting that ‚ugly‘ is still the insult most commonly thrown at women to dismiss their power, to get them to shut up. (p. 36)

The fall of patriarchy is unlikely to begin or end with one woman’s decision to wear fishnets or grow out her armpit hair, so relax. (p. 38)

A recent survey by shopping channel QVC claimed that the average British woman spends £2,055 per year, or 11 per cent of the median full-time female salary, on maintaining and updating the way she looks. (p. 41)

The more powerful women become, the more we are taught that our bodies are unacceptable. (p. 45)

Western womankind is collectively imangined as a toddler let loose in a candy store, so overwhelmed by the range of options that it has an ungrateful tantrum and is sick on the floor. (p. 48)

The cruellest lie they were told as girls was ‚it’s what’s on the inside that counts‘. (p. 50)

It’s only later that I will learn that between a quarter and a half of young people hospitalised with eating disorders are gay or genderqueer. (p. 54)

When you grow up to find yourself trapped in a body that seems to invite violence, a body that seems to be all you’re good for, a body that is suddenly and forever the most important thing about you, there is a grim logic to the attempt to cut your way out of it. (p. 56)

In her ‚Letters to L‘, M. Sandovsky writes that ‚The problem for women is not just uncovering what is political in the personal and personal in the political. It is finding a way to live inside of a contradiction.‘ (p. 57)

You reach a point where you have to decide what you will sacrifice to survive. (p. 57)

LOST BOYS

It is men’s dashed dreams that seem to matter most. And it is men’s resentful rage that makes their frustration fearful. (p. 63)

The greatest obstacle to women’s progress is not men’s hat, but their fear. (p. 65)

It should not, therefore, be as difficult as it is to explain to the average human male that while you, individual man, going about your daily business, […] may not hate and hurt women, men as a group – men as a structure – certainly do. (p. 68)

Women, it seems, are allowed to talk only about their gender. Men are allowed to talk about absolutely anything except their gender. (p. 74)

The first big secret is this: most men have never really been powerful. (p. 75)

The second big secret about the Golden Age of Masculinity, of course, is that it never really existed. (p. 75f)

Rates of suicide among fifteen-to-twenty-four-year-olds in the USA have tripled over the past thirty years. (p. 80)

‚It Gets Better‘ is neoliberal mythmaking writ large […]. (p. 82)

Crisis talk, however, is no long-term solution to inequality, and crisis talk is all the Obama generation has had to cling to for five years and more. (p. 83)

Social change happens when the old stories we tell ourselves to survive are no longer sufficient, and we create new ones. (p. 86)

In 2010, the world’s most powerful activist, Julian Assange, was arrested on rape charges he refused even to answer, and marginalised men-children across the world held his face on posters, telling the carrion-feeding cameras come to feast on the still twitching carcass of the renascent left that state surveillance was immoral, that whistle-blowers should be protected – and that women lie. (p. 87)

In fact, what is being ruined by women’s refusal to remain mute is the illusion of sexual equality. (p. 94)

Social heterosexuality has been allowed to remain a process of mutual dehumanisation. (p. 97)

[W]e have created a society in which it is structurally difficult and existentially stressful for any male person not to behave like a complete and utter arsehole. (p. 100)

ANTICLIMAX

In societies ravaged by the financial incompetence of rich men, it is the sexual incontinence of young women that is deemed the real danger to our children’s future. (p. 108)

More and more these days, sex looks like work. (p. 109)

She tells us that the threat of pregnancy is only terrifying because of the ongoing assault on our reproductive choices. (p. 112)

You are a body first, and your body is not yours alone: whether or not you are attracted to men, men and boys will believe they have a claim on your body, and the state gets to decide what you’re allowed to do with it afterwards. (p. 114)

At no point, however, has anyone implied that men who want to be sexually dominated by women also want to be dominated by them socially and economically. (p. 115)

For women, though, the mainstreaming of kink – and particularly of sadomasochism – is supposed to prove that we’re not as into all this liberation schtick as we might think. (p. 115)

What is more significant is that submission – alongside, from time to time, sex work – is the only kind of female sexual ‚unorthodoxy‘ that is currently deemed worthy of discussion, and it’s an unorthodoxy trussed up tight in the bondage tape of patriarchal expectations. (p. 117)

Fantasies about pretty young white women being controlled, hurt and dominated by men have always been the part of kink that nobody ever really had a problem with. (p. 117)

The great genious of commercial sexuality has been to give the impression that this society is one of unprecedented erotic freedom while maintaining the impression that sex is almost always something violent and disgusting that men do to women. (p. 125)

Teaching men self-disgust is crucial to maintaining the architecture of modern misogyny. If sex weren’t dirty and degrading, there would be less reason to loathe women for letting you do it to them, no matter how much you want to. (p. 126)

The impression given by most industrially produced porn and its imitators, the one thing that most current mainstream pornography shares with the sexual script of advertising and the mantra of women’s magazines, is the insistence that sex, like every other alienated labour, is serious business. (p. 128)

When a lof of feminists say they hate pornography and prostitution, what they mean is that they hate the transactional nature of sex, the patriarchal equation whereby every party remains convinced they’re the one getting screwed: he pays her and she services him. (p. 131)

[The single mother] is unworthy of sympathy, much less assistance. (p. 135)

The rule of law cannot be relied upon when it routinely fails victims of abuse. (p. 148)

CYBERSEXISM

The fact that so many women were spending so much time talking to one another online without oversight or policing was part of what led to the feminist revivial of the mid-2000s. (p. 157)

If you’re a woman and somebody calls you ‚attention seeking‘, that’s a sure way to tell you’ve made an impact. (p. 162)

In this age of images, the right to request no photos is a sign of truly intimidating social status, of money, power or both, and women, especially young women, almost never have that right. (p. 163)

The message is remarkably similar, in fact, to the lectures one imagines young girls receiving before contraception, legal abortion and the relative relaxation of religious propriety: your sins will never be forgiven. One slip is enough to disgrace you for life. (p. 164)

Although the technology is new, the language of shame and sin around women’s use of the Internet is very, very old. (p. 164)

Patriarchal surveillance was a daily feature of the lives of women and girls for centuries before the computer in every workplace and the camera in every pocket made it that much easier. (p. 165)

It takes to another level the traditional pose of paranoia and anal self-retention that has for centuries been called ‚femininity‘. (p. 167)

At the same time as girls everywhere are warned to stay offline if we want to preserve a paleo-Victorian nation of our ‚reputation‘, we are told that sex and violence on the Internet isn’t ‚real‘. (p. 168)

Germaine Greer once wrote that women had no idea how much men hated them. Well, now we do. (p. 178)

The power to watch men back is something the web affords women, but men haven’t quite realised it yet. (p. 179)

In 2011 I wrote that a woman’s opinion was the mini-skirt of the Internet; if she has one and dares to flaunt it in public, she is deemed to deserve any abuse that comes her way – she was asking for it. (p. 181)

Everywhere, people in positions of privilege warp and misuse the idea of ‚free speech‘ to shut down and silence everyone else’s rith to speak freely. (p. 183)

Kate Losse was one of Facebook’s earliest employees […]. ‚One thing I noticed is how driven by women’s images and social media labour Facebook and other social technologies are.‘ (p. 189)

A long history of learned defensiveness leads nerds to come together to protect any member of their group, whatever they’ve done. (p. 193)

Part of the problem is the suspicion that girls just aren’t as clever as boys. (p. 194)

We’re not less smart, we’re just different smart. Smart at things that don’t involve being listened to or making an impact on the world. You know, different smart. It’s a eugenics of gender that would be seen for the throat-cloasingly vile propaganda it is were the tests being done on people of different races, ethnicities or sexual preferences. (p. 195f.)

You can hack anything, after all, and that includes sexism. (p. 198)

The Internet is a real place. It’s where we live and work and fight and fuck and make friends. (p. 199)

LOVE AND LIES

The colonisation of love by capitalist patriarchy is a deeply painful thing. (p. 203)

It is love as ritual and as product […]. (p. 205)

LoveTM is the other side of the pornographic narrative; the other side of SexTM. (p. 205)

In many social situations, it is now more acceptable to say you don’t believe in God than it is to say you don’t believe in love. (p. 206)

Religion, like opium, was a refuge from the anxieties of the age, replacing personal, individual dispair with a whole new set of problems. (p. 207)

We talk a lot about women as sex objects, but the reduction of women to love objects does just as much damage; (p. 214)

Sometimes you have to decide between doing what you love and being lovable, and the decision is always painful. (p. 216)

Men write women, and they rewrite us, for revenge. (p. 219)

It’s definitely easier to be a girl than it is to do the work of being a grown woman, especially when you know that grown women are far more fearful to the men whose approval seems so vital to your happyness. (p. 220)

[…] and if love workers ever questioned their conditions, their love would automatically be less worthwile, less genuine […] (p. 225)

It is important, however, to recognise that a lot of the work that women do remains unpaid or underpaid because we think of it as ‚love‘, as a moral expression of feeling rather than a practical task of immense and tangible value. (p. 225)

For men, love is supposed to be the reward you get in return for work; for women, love is work in itself. (p. 226)

You tell your potential boyfriend the same lies you tell your potential boss: I’m easy-going, flexible, low-stress and cheerful, just like you want me to be. (p. 227)

The purpose of dating, as far as the market is concerned, is to produce households. (p. 228)

In real life, there is a superabundance of romance, friendship, partnership, sex and adventure to be had, and the truly terrible thing about shop-bought love in pretty packages is that it makes it seem that human feeling is a scarce resource. (p. 234)

Women and girls in particular must summon the courage to devote the best efforts of our lives to something other than LoveTM. The idea that we have no control over who we love and what we do about it is one of the most disempowering things girls are ever told. (p. 238)

AFTERWORD

The raw humanity of others is the unspeakable truth every mechanism of modern sexism is designed to disguise. (p. 242)

To cope with the intimate terrorism of neoliberal patriarchy we’ve got to work on giving fewer fucks. We’ve got to work on having no shame because we need no shame, because none of us do, unless we have hurt another person. (p. 243)

We’ve got to stop letting stale old men define our dreams. (p. 243)

We must refuse to judge others by any standard other than that of kindness and decency. (p. 243)

Feminism and radical politics are about demanding more than a choice between one type of servitude and another. (p. 244)

We have the technology to speak back to power not just in one voice, but in many. (p. 245)