The Night Manager S1E1

Die Hoffnung geht manchmal verschlungene Wege. Weil die Mediathek der BBC, der iPlayer, gar nicht startet, wenn man mit einer nicht-britischen IP-Adresse darauf zugreift, warf meine Hoffnung sich dem BBC-Store in die Arme. Dass der iPlayer gesperrt ist, wird ja immer damit erklärt, dass die britischen Gebührenzahler*innen nicht betrogen werden sollen. Das ist bei einem Kauf ohnehin nicht der Fall – dachte ich. Ich bezahle ja für das ausgewählte Produkt – dachte ich. Alles schien perfekt: Hier wurde nur eine britische Rechnungsadresse verlangt, dann musste man sich die Download-Software herunterladen, die Kreditkartennummer angeben, der Betrag wurde abgebucht – und dann konnte ich die gekaufte Serie nicht herunterladen. Denn auch bezahlte Produkte stehen nur in UK zur Verfügung.

Wie wahnsinnig ärgerlich, das so spät im Prozess zu erfahren. Und wie nervig, nach einem halben Abend herumgeklicke doch nicht die Serie sehen zu können, auf die ich mich schon so freute. Den Support vom BBC-Store in Action zu erleben, war zwar auch nicht schlecht. Das war der schnellste, freundlichste und erwähnte ich schon wirklich allerschnellste Support, den ich je in Anspruch genommen habe. Aber unter dem Strich war das alles nicht schön.

Je nun, es finden sich andere Wege, das gewünschte Medienerzeugnis zu konsumieren. Gestern abend habe ich mir endlich S1E1 – eigentlich den Piloten – von „The Night Manager“ nach John le Carré mit Tom Hiddleston, Olivia Colman und Hugh Laurie angeschaut.

Es war faszinierend, sogar körperlich zu spüren, wie der H. neben mir sich mit dem Night Manager Jonathan Pine (Hiddleston) identifizierte: ein unerschütterlich freundlicher, hilfsbereiter, bis zur totalen Selbstlosigkeit serviceorientierter Mann, der das Gute will und plötzlich gerade dadurch Schuld am Tod einer Frau auf sich geladen hat. Ich sehe das gern, und ich mag, dass solche Männer Protagonisten sind und nicht nur Nebenfiguren.

Hiddleston ist aber auf seine Hiddlestonweise knuffig, wuschelhundig und unschuldig, dass es mir schwer fiel, ihm die Kriegs- und Soldatenerfahrung abzukaufen, die er laut Backstory hat. Ich dachte die ganze Zeit, dass er die Belege für Waffenhandel, die die Frau ihm zugeschoben hat, nur deshalb an die britische Botschaft weiterleitet, weil er in seinem Hotel in Kairo keine Probleme bekommen will. Sauberhalten, weg mit der Gefahr, das wäre ein viel überzeugenderes Motiv für mich gewesen.

In der Serie hält er jedoch schließlich sogar eine kurze Offenbarungsrede an seine Handlerin beim Geheimdienst, dass er schließlich britisch sei und der Waffenhändler auch britisch, und das gehe nicht an, was dieser tue, und jeder andere Brite hätte dasselbe getan. Vielleicht also nicht ganz optimal besetzt, die Rolle. Aber super gespielt von allen, großartig anzuschauen, total spannend, und Hugh Laurie als Fiesling von Weltformat ist sowieso jede Minute wert.

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