Wenn Thriller scheitern

Nach der (vermutlich) ersten Staffel der Serie »London Spy« bin ich ein wenig enttäuscht und auch frustriert, dass das Krimi- und Thrillergeschreibe so unglaublich dominant ist.

Wir haben hier eine zarte, wunderschöne schwule Liebesgeschichte. Wir haben einen väterlichen Freund im besten Sinne. Wir haben versagende Eltern, dysfunktionale Mütter, Fragen von Herkunft und gesellschaftlicher Klassenzugehörigkeit. Wir haben all das in den Händen eines Autors, der großartige Monologe und Dialoge schreiben kann, aber der nun einmal Thriller schreibt – und all diese zutiefst berührenden und bewegenden Figuren müssen hinter der Spannungshandlung zurücktreten.

Ich finde das schade, und ich finde, es schadet der Geschichte. Man spürt, dass das Herz des Autors an den Männern hängt, von denen er erzählt. Wie schön wäre es gewesen, er hätte sich darauf konzentriert.

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s