Gehege Freizeitpark

In der Nachmittagsherbstsonne mit N. im Tiergarten Schönbrunn – habemus Jahreskarte, wie die ungezählten anderen Eltern mit Kindern wohl ebenso. Am Weg zum Eingang, schon im Schlosspark, spaziert eine Frau mit Kinderwagen vor mir und bleibt bei einem Baum stehen: Feigen ernten will sie, aber die sind alle noch nicht reif, es gibt hier nicht genug Sonne. Ihr Sohn schaut mich verdutzt aus dem Wagerl heraus an.

Im Zoo wie immer das schlechte Gewissen, schwach genug, um trotzdem regelmäßig hinzugehen: Dass Tiere nicht eingesperrt sein sollten. Dass kein Gehege der Welt artgerecht sein kann. Dann wieder: Die Leut in Schönbrunn sind auch nicht alles Trotteln. Dann wieder die Erinnerung an den verzweifelten Eisbären im Tiergarten Karlsruhe mit seinem Hin-und-her-Wippen. Dann der kletternde, wandernde Eisbär in Wien. Sichtschutz und Besuchersperren hier, zurückbleiben bitte. Aber auch ein Affe, der beim Zaun sitzt und uns anstarrt, leer vielleicht und einsam, aber was weiß ich schon von Affenherzen. Ein Nilpferd schwimmt Kreise in einem sehr kleinen Becken. Wie groß dieses Tier ist, wie lebendig. Giraffen, Löwen – für all die kann kein Gehege groß genug sein, meine ich. Ich meine. Es ist mir nicht wichtig genug, mich zu informieren.

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