Hiatus

Mit Schnupfen am freien Freitag daheim. Draußen der Regen, der lange erwartet war, weil die Fische ersticken. Im Haus die Dinge und Sachen, die mich möblieren.

Drei Stunden bis Kind. Eine dunkle Erinnerung an die Trauer im Sommer, als der Regen auf das Autodach klopfte und ich nicht schlafen konnte weil ich wusste: Da draußen, nicht weit, sind die andern, die hocken im Zelt, wenn sie können, oder drücken sich unter die Dachvorsprünge und Bäume.

Wie man sich ans Leiden der andern gewöhnt, nur weil es bequatscht wird. Wie lang wird das halten? Wie lang können die Helferinnen durchhalten, wie lang haben sie Zeit noch und Geld und Kraft für die Hilfe? Ich hab lang nichts gespendet und vertraue drauf, dass ihr das schon macht. Ich rede mir ein: Wenn es eng wird, dann braucht es welche, die frischer sind, übernehmen können.

Und das soll dann ich sein? Who are you kidding, dear? Auch dann wird mein Kind da sein, mein Alltag, keine freie Minute im Sinne von: frei verfügbar für das, was Dritte brauchen. Die anderen, das ist das Kind, das versorgt werden muss.

Vielleicht ist das nicht einmal eine Ausrede.

Ich sehe die anderen, die auch Kinder mitbringen. „Wie alt ist sie?“ – „Fünf, und deiner?“ – „Drei. Das hält er hier nicht durch.“ – „Sie wollte dann auch schon bald nicht mehr. Wir gehen jetzt.“ – „Ja.“

Ja.

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