Gelesen: Arbeit und Struktur

Vor etwas mehr als einem Monat habe ich die Buchausgabe von Wolfgang Herrndorfs Blog »Arbeit und Struktur« fertiggelesen. Der Inhalt ist bekannt: Herrndorf erhält die Diagnose, an einem rasch zum Tode führenden Hirntumor zu leiden. Er entscheidet sich, die ihm bleibende Lebenszeit mit Arbeit und Struktur zu füllen, beendet die beiden Romane »Tschick« und »Sand« und nimmt sich zum Schluss, so wie er es von Anfang an geplant hat, das Leben.

Wer das Buch zur Hand nimmt, weiß also, wie es endet. Kennt vielleicht das Foto von Herrndorfs Todesort. Oder hat vielleicht schon das Blog gelesen und bereits getrauert.

Durch die Buchform und das damit einhergehende komprimierte Lesen bekommt die Geschichte aber noch einmal eine neue Wucht. Und die Entwicklung des Protagonisten, des Erzählers – herrgott, die Entwicklung Herrndorfs halt hat mich noch tiefer beeindruckt als ohnehin schon. So muss man es machen, dachte ich oft: So muss man sterben können. Diese Klarheit, diesen Mut und diese Aufrichtigkeit der Gefühle möchte ich, wenn’s ans Ende geht, auch haben.

Dieses Buch wird bei mir bleiben, bis ich den Löffel abgebe. Ich hoffe, mich auf den letzten Metern daran zu erinnern, dass es mir Trost sein kann.

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