E-Reader: der Fehlkauf des Jahres

tl;dr: E-Reader braucht kein Mensch. Kaufen Sie sich lieber ein kleines Tablet.

Ich bin kaum anfällig für Gadgets, und deshalb hat es auch lang gedauert, bis ich mir einen E-Reader gekauft habe. Auslöser war das sehnenscheidenzerstörende Gewicht von H. v. Doderers »Dämonen«, das ich mir gern per Elektrobuch erspart hätte.

Erster Fehler bzw. Recherchelücke: Das Buch gibt’s gar nicht als E-Book.

Zweiter Fehler: Ich habe unterschätzt, wie wahnsinnig nervtötend das Digital Rights Management ist. Und mit nervtötend meine ich: zum Das-Gerät-aus-dem-Fenster-Knallen. Man muss nämlich – auf dass man sie nicht unerlaubt kopiere – sämtliche gekauften E-Books über einen zweiten Account bei Adobe laufen lassen, nachdem man zuerst einen Account beim Buchhändler eingerichtet hat. Adobe hat dieses Programm so gestaltet, dass ich es mit viel Mühe und noch mehr Fluchen, meine Mutter (Jahrgang 1951) aber schon ganz sicher einfach nicht bedienen kann.

Mir gelingt es also tatsächlich, etwas zu kaufen und herunterzuladen. Das Gerät versorgt sich anschließend – je nach Qualität des Internet-Empfangs, je nach Verkabelung mit dem Rechner oder freiem Herumliegen, je nach Buchanbieter und je nach gewähltem Dateiformat – mit diversen E-Book-Dateien und legt diese dann irgendwo ab. Laut meiner »Bibliothek« genannten Bücherliste verfüge ich daher bei mehreren Büchern über zwei virtuelle Exemplare, von denen eines in einer Cloud zu liegen scheint, wie mir das Wolkensymbol andeutet. Wo diese spezielle Cloud wiederum sich befindet, ist mir nicht klar. Naives Verbinden des Gerätes mit dem Internet hat die Frage jedenfalls nicht geklärt. (Bezahlt, das zumindest, habe ich das Buch jeweils nur einmal.)

Überhaupt, die »Internetfähigkeit« des Readers! Wer mit dem E-Reader freiwillig ins Internet geht, schickt seine E-Mails wahrscheinlich auch noch über ein 56k-Modem zum Einstöpseln. Mit dem Reader zu surfen (zu »surfen«) ist ungelogen eine Erfahrung, die man einmal gemacht haben sollte.

Aber auch nicht öfter.

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