Warum Gott nicht existiert

Antje Schrupp hat Gottes Existenz bewiesen. Oder nein, halt: Gottes Nicht-Existenz. Denn Gott ist – wie Liebe, Gerechtigkeit und Freiheit – eine sprachliche Konstruktion der Menschen ohne innerweltliche Materialität.

Ich habe in einem Kommentar geantwortet, dass dies die schönste Begründung für Atheismus ist, die ich mir wünschen könnte. Antje Schrupp ist allerdings keine Atheistin, sie ist sogar eher das genaue Gegenteil davon, nämlich gläubig. Und weil mich das so überrascht, will ich kurz festhalten –

– dass hauptsächlich Ihr für mich dieses Unverfügbare, Ungreifbare, Undefinierbare seid: Ihr Menschen um mich herum und weit von mir entfernt, allesamt am Werk, die Welt zu erschaffen, ohne es zu wissen vielfach, oft auch voller Absichten, guter zumeist. Es ist unser Menschsein, das ewig unberechenbar bleiben wird.

– so unberechenbar und unverfügbar wie die Natur lebt und werkt, von der wir ein Teil sind, jedes von uns.

– so wie jeder Mensch und sogar ich selbst mir letztlich ein Rätsel und unbekannt bleiben wird, Leerstelle, unerreichbar.

Mit anderen Worten: Für mich ist nicht klar, was Antje Schrupp gewinnt, wenn sie an dem Konzept Gott festhält. Vielleicht schreibt sie dazu noch etwas.

Von den vielen guten Dingen, die mir die katholische Kirche geschenkt hat, bevor sie zur Sekte umgebaut wurde, sind Demut und Gottvertrauen mir die wichtigsten, weil sie zum Fundament meines Lebensglücks gehören. Als Atheistin, die ich jetzt bin, formuliere ich diese Dinge etwas profaner: “Nimm es nicht so schwer, du bist nicht so wichtig.” Und: “Alles wird gut.”

Warum Gott nicht existiert

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